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    Willkommen beim Projekt LESEFÖRDERUNG DURCH VORLESEN
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    Vorlesen verbessert die basale Lesefähigkeit von Schülerinnen und Schüler.
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    Durch Vorlesen verbessert sich (nicht nur) das Klassenklima.

Pressemitteilungen des Kultusministeriums Baden-Württemberg

PRESSEMITTEILUNG vom 1. Juli 2013
Nr. /2013

Schuljahres-Abschlussveranstaltung „Leseförderung durch Vorlesen“ im Kultusministerium
Kultusminister Andreas Stoch MdL: „Zahlreiche Lehrerinnen Lehrer haben sich im vergangenen Schuljahr für das Projekt „Leseförderung durch Vorlesen“ besonders engagiert – und damit vielen Kindern und Jugendlichen Lesefreude und erweiterte Lese- und Sprachkompetenz vermittelt. Dafür gilt ihnen mein besonderer Dank.“

Kultusminister Andreas Stoch MdL hat heute in Stuttgart die hervorragenden Ergebnisse des Forschungsprojekts „Leseförderung durch Vorlesen“ gewürdigt. Das Kultusministerium widmete zusammen mit dem Staatlichen Schulamt Stuttgart und der Stiftung „KINDER FÖRDERN – ZUKUNFT STIFTEN“ dem Projekt eine Schuljahres-Abschlussveranstaltung. „Angesichts des heutigen medialen Überangebots ist es eine besondere Herausforderung, Schülerinnen und Schülern den Wert von Büchern und Literatur nahezubringen“, sagte Stoch. „Zahlreiche Lehrerinnen Lehrer haben sich im vergangenen Schuljahr für das Projekt „Leseförderung durch Vorlesen“ besonders engagiert – und damit vielen Kindern und Jugendlichen Lesefreude und erweiterte Lese- und Sprachkompetenz vermittelt. Dafür gilt ihnen mein besonderer Dank.“
Der Kultusminister, selbst begeisterter Romanleser, hob die hohe Effektivität des Projekts hervor. Die wissenschaftliche Begleitforschung habe ergeben, dass alle beteiligten Schulklassen ihre Lesekompetenz signifikant gesteigert hätten. Zudem verbesserten sich die Arbeitsatmosphäre, die Zuhörkompetenz und die Aufmerksamkeit in den Klassen. Dabei koste das Projekt keinen einzigen Cent. Die Lehrerin oder der Lehrer benötige nichts als ein Buch, aus dem vorgelesen werde.

Auch der Begründer des Projekts, Prof. Dr. Jürgen Belgrad von der Pädagogischen Hochschule Weingarten, betonte, wie einfach Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Klassen am Projekt teilnehmen könnten. Sie müssten ihren Schülerinnen und Schülern lediglich drei bis vier Mal pro Woche 10 bis 15 Minuten einen literarischen Text ihrer Wahl vorlesen. Wie Belgrad anhand der Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Forschung darlegte, verbessert sich dank des Vorlesens der durch einen normierten Lesetest erfasste Lesequotient signifikant. Eine weitere deutliche Steigerung werde erreicht, wenn die Lehrerin oder der Lehrer mit der Klasse im Anschluss an den Vortrag über den Text rede. Das regelmäßige Vorlesen habe zudem weitere Effekte: Die Klassengemeinschaft werde gestärkt, Schülerinnen und Schüler verwendeten Figuren der vorgelesenen Texte in ihren Aufsätzen und würden auch in ihrer Freizeit häufiger zu Büchern greifen. „Es ist zu empfehlen, regelmäßige Vorlesezeiten sowohl in der Primar- als auch in der Sekundarstufe in den Curricula aller Bildungsgänge zu etablieren“, resümierte Belgrad.
Bei Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep, Amtschefin des Kultusministeriums, stieß er dabei auf offene Ohren. „Das Vorlesen ist eine sehr wirksame und gleichzeitig sehr motivierende Form der Leseförderung. Deshalb ist es an der Zeit, „Leseförderung durch Vorlesen“ landesweit in allen Schularten und Bildungsgängen zu etablieren“, unterstrich Ruep. Ihrer Einschätzung nach eignet sich das Projekt auch besonders gut für Gemeinschaftsschulen und zur Bereichung von Ganztagsangeboten. Wenn Schülerinnen und Schülern etwa an Gemeinschaftsschulen zu Beginn des Schultags vorgelesen werde, werde ihnen ein Gemeinschaftserlebnis ermöglicht, ehe sie zu unterschiedlichen Lernaufgaben ausschwärmen. An Schulen mit Ganztagsangebot könne das Vorlesen in den rhythmisierten Schultag integriert werden, etwa in Verbindung mit darstellendem Spiel.
Ruep lud die bisher noch nicht beteiligten Staatlichen Schulämter ein, auch in ihren Bezirken für „Leseförderung durch Vorlesen“ zu werben. Bislang kamen insgesamt mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler in fünf Schulamtsbezirken in den Genuss dieser Form der Leseförderung, in vier weiteren Schulamtsbezirken laufen die Planungen für das kommende Schuljahr. Beteiligt haben sich Grund-, Haupt-, Werkreal- und Realschulen. Erprobt wird das Projekt zusätzlich an Gymnasien und Berufsschulen. Ab Herbst 2013 soll es auch Einzug in Einrichtungen der frühkindlichen Förderung halten.
Stuttgarter Schulen, die sich im vergangenen Schuljahr mit mindestens fünf Klassen an dem Projekt beteilgt hatten, wurden abschließend für ihr besonderes Engagement mit dem Prädikat „Vorleseschule“ ausgezeichnet. Die Veranstaltung klang mit einem geselligen Beisammensein bei einem Büffet aus, das Schülerinnen und Schüler der Friedenschule (GHS) Stuttgart – mit finanzieller Unterstützung der Stiftung „KINDER FÖRDERN – ZUKUNFT STIFTEN“ – gestalteten.

Pressemitteilungen der Pädagogischen Hochschule Weingarten

Pressemitteilung Nr. 13 vom 03.07.2013

Vorlesen macht Schule

16 Vorleseschule werden im Kultusministerium ausgezeichnet – Effektive Leseförderung mit wenig Aufwand

Stuttgart/Weingarten – Mehr als 10.000 Schüler haben bislang landesweit an dem Projekt „Leseförderung durch Vorlesen“ teilgenommen. Die wissenschaftliche Begleitforschung hat gezeigt, dass sich die Lesekompetenz der Schüler signifikant verbessert, wenn die Lehrerin oder der Lehrer regelmäßig drei bis viermal die Woche 10 bis 15 Minuten im Unterricht vorliest. Am Montag, 1. Juli, wurden im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg die engagiertesten 16 Schulen des Schulamtsbezirks Stuttgart ausgezeichnet.
Kultusminister Andreas Stoch unterstrich die Bedeutung des Vorlesens mit einem Zitat von Erich Kästner: „Wenn ein Kind lesen gelernt hat und gerne liest, entdeckt und erobert es eine zweite Welt, das Reich der Buchstaben. … Wer lesen kann, sitzt über einem Buch und erblickt mit einem Male den Kilimandscharo oder Karl den Großen oder Huckleberry Finn im Gebüsch oder Zeus als Stier, und auf seinem Rücken reitet die schöne Europa. Wer lesen kann, hat ein zweites paar Augen...“ Angesichts des medialen Überangebotes, dem Kinder und Jugendliche heute ausgesetzt seien, sei die Frage, wie man ihnen den Zugang zur literarischen Welt der Bücher vermitteln könne. Den Lehrerinnen und Lehrern kommt dabei aus Sicht des Kultusministers eine zentrale Rolle zu. Das Projekt „Leseförderung durch Vorlesen“ biete den Schülern einen entspannten und zwanglosen Zugang zur Welt des Lesens, zudem sei das Projekt „hoch effektiv“, unkompliziert und ohne großen Materialaufwand oder Kosten in den Unterricht zu integrieren.
Professor Dr. Jürgen Belgrad von der Pädagogischen Hochschule Weingarten, der das Projekt leitet und initiiert hat, stellte die Grundzüge des Projekts und die wichtigsten Ergebnisse und neuesten Erkenntnisse dar. Seit 2010 wurde das Projekt an zahlreichen Grundschulen, Hauptschulen, Werkreal- und Realschulen an in Baden-Württemberg durchgeführt. Bei den Schülern der Klassenstufen 2 bis 8 wurde mittels eines normierten Lesetests die basale Lesekompetenz vor Beginn des Vorlesens und dann erneut nach dem 13- bis 15-wöchigen Projekt gemessen. Im Durchschnitt aller Alterststufen sei der Lesequotient um etwa 10 Punkte gestiegen, berichtete Belgrad, dies entspricht fast einer kompletten Lesestufe von fünf möglichen.
Und noch einen wichtigen Effekt konnten Belgrad aufzeigen: Die teilnehmenden Schüler gewannen deutlich mehr Lust am Vorlesen und viele wollten danach sogar selber lesen (Steigerung von 47% auf 57%). Gerade vor dem Hintergrund der PISA-Studie, die gezeigt hat, dass etwa 40 Prozent aller Schüler nicht zum Vergnügen lesen, sei diese Entwicklung sehr positiv. Ebenfalls erfreulich und keineswegs selbstverständlich: Jungen profitieren vom Vorlesen fast genauso stark wie Mädchen.
Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep, die das Projekt von Anfang an mitverfolgt und unterstützt hat, ist begeistert von der Nachhaltigkeit der Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen. Sie sieht einen Meilenstein erreicht und möchte die Idee weiter bekannt machen und weitere Teilnehmer über alle Schularten hinweg und in ganz Baden-Württemberg gewinnen.
16 Schulen aus dem Regierungsbezirk Stuttgart, die mit mindestens fünf Klassen an dem Projekt teilgenommen haben, wurden mit dem Zertifikat „Vorleseschule“ ausgezeichnet. Die Stiftung „Kinder fördern – Zukunft stiften“ unterstützte das Projekt finanziell und stiftete Büchergutscheine für die teilnehmenden Lehrer. Vorstand Christian Neuber ist begeistert von dem Konzept, das als solches in seiner Einfachheit so überzeugend sei, und lobt: „Der Funke springt über.“
Weitere Informationen: www.lesefoerderung-durch-vorlesen.de

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